GLP-1-Begleitpräparate

Was der Körper unter Ozempic & Co. wirklich zusätzlich braucht

Mit dem Boom der GLP-1-Abnehmspritzen wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro, Zepbound) ist eine neue Supplement-Kategorie entstanden: gezielte "Begleitpräparate", die auf die Nebenwirkungen der stark reduzierten Nahrungsaufnahme reagieren sollen.

Das Problem hinter dem Trend

GLP-1-Medikamente bremsen den Appetit so wirksam, dass viele Nutzer deutlich weniger essen – mit dem Risiko, dass neben Kalorien auch wichtige Mikronährstoffe und Protein zu kurz kommen. Eine großangelegte Studie mit rund 461.000 Teilnehmenden fand nach zwölf Monaten Therapie bei 13,6 Prozent der Nutzer einen Vitamin-D-Mangel – das häufigste dokumentierte Defizit. Weitere Befunde: ernährungsbedingte Blutarmut bei 4 Prozent, Eisenmangel bei 3,2 Prozent und Mangel an B-Vitaminen bei 2,6 Prozent der Teilnehmenden.

Eine kleinere Studie, die konkrete Ernährungsprotokolle auswertete, zeichnete ein noch deutlicheres Bild: 72 Prozent der Teilnehmenden nahmen zu wenig Calcium auf, 64 Prozent zu wenig Eisen, und nur 1,4 Prozent erreichten überhaupt die empfohlene Vitamin-D-Zufuhr.

Was Fachleute empfehlen

Forschende raten dazu, Nährstoffmängel als eine "häufige Konsequenz" der GLP-1-Therapie zu behandeln und aktiv zu überwachen – nicht erst zu reagieren, wenn Symptome auftreten. Konkret empfohlen wird ein besonderes Augenmerk auf Vitamin D, Eisen und B-Vitamine, häufig in Form eines täglichen Multivitaminpräparats als Basisabsicherung. Hinzu kommt in der Praxis meist ein erhöhter Proteinbedarf, um dem beschleunigten Muskelabbau bei schneller Gewichtsreduktion entgegenzuwirken.

Wo der Markt übertreibt

Parallel zum medizinischen Bedarf ist ein eigenes Marktsegment aus "GLP-1-Support"-Formeln entstanden, oft beworben mit Extra-Protein, Elektrolyten und einer langen Liste an Mikronährstoffen. Nicht jedes dieser Produkte ist notwendig: Viele der dokumentierten Defizite lassen sich mit einem soliden, günstigen Multivitaminpräparat plus ausreichend Protein aus der Ernährung abdecken. Spezialformeln mit auffällig vielen Zusatzstoffen sind selten besser belegt als die Kombination aus Basics und bewusster Ernährung – dafür aber oft deutlich teurer.

Fazit

Wer GLP-1-Medikamente nutzt, sollte Nährstoffversorgung aktiv mitdenken – im besten Fall in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin, die Blutwerte kontrollieren können. Ein gezieltes, aber unspektakuläres Programm aus Vitamin D, Eisen, B-Vitaminen und ausreichend Protein deckt den dokumentierten Bedarf meist zuverlässiger ab als teure Spezialprodukte.

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